Talent-School

Du bist Schülerin oder Schüler, mindestens 15 Jahre alt, begeisterst dich für Technik und findest naturwissenschaftliche Fragestellungen faszinierend? Dann möchten wir dich kennen lernen. Wir, das sind die Forscherinnen und Forscher der Stuttgarter Fraunhofer-Institute und der Universität Stuttgart, die sich an der Initiative »Fraunhofer-Talent-School« beteiligen.

Unser Talent-School-Programm für Schülerinnen und Schüler der 9. bis 13. Klassen ist genau darauf ausgerichtet: Nach drei abwechslungsreichen Tagen weißt du, wie technische und naturwissenschaftliche Lösungen erforscht werden. Zudem hast du dich intensiv mit anderen Gleichgesinnten in deinem Alter ausgetauscht und einiges über dich selbst gelernt.

Entwickelt wurden die Aufgaben aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik von unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Sie unterstützen euch während der Workshops, vermitteln die notwendigen theoretischen Grundlagen und diskutieren mit euch über eure Ergebnisse und Erfahrungen.

 

Die nächste Talent-School findet vom 17.-19. März 2017 statt. Es sind bereits alle Plätze vergeben.

Gerne kannst Du Dich auf unserer Vormerkliste für das Jahr 2018 registrieren. 

Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft
© Foto Fraunhofer

Die Fraunhofer-Talent-School ist ein dreitägiges Programm für technisch interessierte Jugendliche, die Freude an der Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Problemstellungen haben. Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren, die in Gesprächen mit Fraunhofer-Führungskräften einen Einblick in den Alltag der Forscher sowie in den nationalen und internationalen Wissenschaftsbetrieb bekommen wollen.

Kurz gesagt: Ein Programm Schülerinnen und Schüler wie dich!

Gemeinsam mit Gleichgesinnten in deinem Alter und erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Stuttgarter Fraunhofer-Institute und der Universität Stuttgart kannst du dich im Rahmen der Fraunhofer-Talent-School auf Entdeckungstour begeben.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bullinger, ehemaliger Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, hat den Auftakt zur Fraunhofer-Talent-School 2007 in München mit dem Appell an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verknüpft, jetzt eine neue »Allianz der Besten« zu schmieden: »Mit der Fraunhofer-Talent-School investieren wir in unseren Nachwuchs, fördern und fordern ihn frühzeitig. In einem Land ohne Rohstoffe ist der Forschergeist unserer Kinder das beste Kapital!«


Die Fraunhofer-Gesellschaft, führende Organisation für angewandte Forschung in Deutschland, möchte frühzeitig mit den Forschern von morgen in Kontakt kommen. Das Programm richtet sich an talentierte und begabte Jugendliche und bietet die Möglichkeit, einen Einblick in die Forschungsarbeit bei Fraunhofer zu bekommen.

»Wir wollen unsere kreativsten Köpfe möglichst früh mit Problemlösungen in Kontakt bringen, wie wir sie in Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendung haben. Es wäre schön, wenn sich einige der jungen Menschen später in ihrem Berufsleben entscheiden, daran mitzuwirken – bei Fraunhofer, in der Industrie oder bei anderen Forschungseinrichtungen!«, sagt Prof. Hans-Jörg Bullinger.

 

Von den Teilnehmenden wird für den Besuch der Fraunhofer Talent-School Stuttgart 2016 eine Eigenleistung von 80 Euro erwartet, die vor Workshop-Beginn zu zahlen ist. Ein Zuschuss kann bei Bedarf beantragt werden. Nähere Zahlungsmodalitäten werden im Zusageschreiben mitgeteilt. Die Gebühr beinhaltet die Kosten für zwei Übernachtungen im IB Jugendgästehaus, Vollverpflegung, das abendliche Rahmenprogramm sowie den Transfer vom Fraunhofer-Institutszentrum zur Übernachtungsstätte. Die Übernachtungen im IB Jugendgästehaus sind für alle Teilnehmenden bindend, auch wenn der Wohnort Stuttgart ist.

Die Kosten für An- und Abreise vom Wohnort zum Fraunhofer-Institutszentrum sind von den Teil­nehmenden selbst zu tragen.

Am ersten Tag eröffnen wir die Talent-School um 10:30Uhr. Anschließend geht es in die Workshops. Diese enden gegen 17:30Uhr. Danach erwartet Dich ein spannendes Abendprogramm.

Am zweiten Tag starten die Workshops bereits um 09:00Uhr, Ende ist wie auch am Vortag gegen 17:30Uhr. Auch für diesen Abend haben wir ein interessantes Rahmenprogramm vorbereitet.

Am dritten Tag führen wir die Workshops von 09:00Uhr bis 13:30Uhr zuende. Die Präsentationen der Ergebnisse sind ab 14:00Uhr geplant. Hierzu sind Deine Eltern und Geschwister herzlich eingeladen.

Wir bieten euch vier unterschiedliche Workshops an. Hier habt ihr die Gelegenheit aktuelle Forschungsthemen kennen zu lernen. Die Beschreibungen der Workshops geben euch einen Eindruck davon, welche Aufgaben zu lösen sein werden.

Workshop 1: CSI Stuttgart - Vom genetischen Fingerabdruck zur Täteridentifizierung

© Foto Fraunhofer

Betreuung: Dr. Christian Grumaz | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Methoden der Forensik spielen heute eine zentrale Rolle bei der Aufklärung von Strafdelikten. Häufig hinterlassen die Täter individuelles genetisches Material am Tatort, das zur eindeutigen Identifizierung dieser Personen führt. Mithilfe des so genannten genetischen Fingerabdrucks lassen sich aber nicht nur Straftäter überführen, sondern auch Verwandtschaftsbeziehungen rekonstruieren oder Opfer von Naturkatastrophen identifizieren.

Ziel des Workshops ist die Erstellung des genetischen Fingerabdrucks aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dazu sollen aus Speichelproben DNA isoliert und molekular charakterisiert werden. Anschließend wird durch Abgleich des individuellen Fingerabdrucks mit weiteren DNA-Profilen eine Täteridentifizierung durchgeführt.

Voraussetzung: Interesse an Molekularbiologie, Genetik und Kriminalistik.

Workshop 2: Prototypenentwicklung der perfekten Schultasche - Gesunder Rücken durch Haltungssensoren

© Foto Fraunhofer

Betreuung: Nguyen-Truong Le | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Wüsstest Du, welches Gewicht einer Schultasche für Dich gesund ist? Entgegen der verbreiteten Meinung vieler Erwachsener ist das optimale Tragegewicht sehr individuell. Es hängt von vielen Faktoren ab: der Dauer sowie der Strecke zu Deiner Schule, der Stärke Deiner Rückenmuskulatur und vor allem Deiner Haltung. Im Workshop lernst Du Methoden des Design-Thinking, um Deine Produktidee zur Verbesserung der Haltung zu entwickeln.

Design Thinking steht für kundenorientierte Innovation an der Schnittstelle von Mensch, Technologie und Wirtschaft. Nach einer kurzen Einführung in die Theorie werden wir gemeinsam die Phasen des Design-Thinking durchlaufen. Diese entsprechen dem »Verstehen«, »Beobachten«, »Sichtweisen Definieren«, »Ideen finden«, »Prototypen entwickeln« und »Testen«.

Voraussetzung: Offener Umgang mit Menschen (Durchführung einiger Interviews), Neugier für Technik (Prototypentwicklung).

Workshop 3: Chemie in der Galvanotechnik - Zusatzstoffe aus Lebensmitteln verändern die Eigenschaften galvanischer Schichten

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Betreuung: Dr. Hans-Jochen Fetzer | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Die Industrie investiert jährlich 6 Milliarden Euro, um Bauteile durch die Galvanotechnik korrosionsbeständiger oder dekorativer zu machen. Die wenigsten wissen aber, an welchen Bauteilen sie eingesetzt wird und was in der Galvanotechnik wirklich passiert. Das wollen wir ändern! Wir experimentieren zuerst und versuchen im Anschluss alles zu erklären.

Wir werden an Alltäglichem die Chemie in der Galvanotechnik sichtbar machen. Ziel ist es, den Aufbau einer Beschichtung zu verstehen, Schichten auf einfachen Bauteilen unter Verwendung von Zusatzstoffen aus Lebensmitteln wie zum Beispiel Saccharin, Zimtsäure oder Nicotinsäure zu erzeugen und diese Bauteile dann zu untersuchen. Änderungen des Metallgit­ters durch den Einsatz dieser Zusatzstoffe werden im Querschliff unter Verwendung des Lichtmikroskops dokumentiert. Beispiele für Anwendungen werden ausführlich erklärt.

Voraussetzung: Chemiekenntnisse der 9. Klasse und Spaß am Experimentieren.

Workshop 4: Photonik - Auf Fraunhofers Spuren - Optik, Licht und Laser

© Foto Fraunhofer

Betreuung: Hermann Kahle und Roman Bek | Institut für Halbleiteroptik und Funktionelle Grenzflächen

Ob Licht als Informationsträger durch Glasfaserkabel rund um die Erde geschickt wird, oder als medizinisches Instrument Ärzten zur Verfügung steht, ob als Sensor beim Abtasten von CDs, oder als vielseitiges Schneid- und Schweißwerkzeug, die Verwendung von Licht als Informationsmedium, Universalwerkzeug oder Messintrument ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Der Wissenschaftszweig, der sich damit befasst, wird »Photonik« genannt.

Im Workshop lernt Ihr, was »Licht« überhaupt ist, wann Licht eine Welle ist und wann ein Teilchen (Photon), was Brechungsindex, Polarisation, Interferenz und Kohärenz bedeuten, was der Photo-Effekt ist oder wie sich das Licht der Sonne vom künstlichen Licht der Glühbirne, der Energiesparlampe, der Leuchstoffröhre, der LED oder des Lasers unterscheidet. Ihr baut ein eigenes Gitter-Spektrometer zur Lichtanalyse und experimentiert mit Polymerfasern und optischen sowie optoelektronischen Geräten. Eine Bildpräsentation und Anschauungsmaterial gewähren umfassende Einblicke in die aktuellen Forschungsarbeiten im Halbleiteroptiklabor.

Voraussetzung: Neugierde auf Licht, sein Wesen und Verhalten, seine Herkunft und seine vielfältigen Anwendungen.

 

Die nächste Talent-School findet vom 17.-19. März 2017 statt. Es sind bereits alle Plätze vergeben.

Gerne kannst Du Dich auf unserer Vormerkliste für das Jahr 2018 registrieren. 

 

Auf der Grundlage aller Bewerbungen entscheiden die Workshopleiter über die Vergabe der Workshop-Plätze.

Kriterien sind die Motivation, Workshopwünsche und Vorkenntnisse der Bewerberinnen und Bewerber.  

Ist für einzelne Workshops die Zahl der Bewerbungen höher als die Zahl der verfügbaren Plätze und lassen die erwähnten Auswahlprinzipien keine eindeutigen Entscheidungen zu, kann im Einzelfall auch das Los entscheiden.

Die Ablehnung einer Bewerbung beinhaltet keinerlei Aussage über die Qualifikation des Einzelnen. Jeder, der die Teilnahmekriterien erfüllt, wird bei der Platzvergabe qualitativ als gleichrangig angesehen. Ein Rechtsanspruch auf Teilnahme besteht nicht.

 

Talent School 2016

Ein Artikel des Juwi-Magazins

 

Forschung auf Probe: Smartwatch-App und Täterjagd

Wie entwickelt man eine Smartwatch-App? Und wie findet man den Mörder, wenn man nur ein Haar von
ihm hat? Das und mehr finden Schülerinnen und Schüler bei der Talent-School am Fraunhofer-Institutszentrum
Stuttgart heraus.